Stillen in der Öffentlichkeit?

8. November 2019

Stillen in der Öffentlichkeit

Als frischgebackene Mutter ist man zunächst ohnehin viel zu Hause. Dort findet man mit der Zeit auch seine Lieblingsstillorte. Aber bei den ersten Ausflügen habe ich mich immer wieder bei der Frage ertappt: „Ist es okay, hier in diesem Umfeld zu stillen?“

Vor der Geburt meiner Tochter war klar: Natürlich werde ich sie stillen. Stillen im Separee ist heute schon vielerorts gut vorbereitet und es gibt Wickelbereiche mit gemütlichem Sessel zum Stillen. Ist man allein mit Baby unterwegs, bietet dies auch eine gute Möglichkeit zurückgezogen in Ruhe zu stillen.

Doch ist man gerade mit einer Freundin frühstücken oder mit seinem Mann einkaufen, möchte man diese nicht allein warten lassen. Auch bei einem Familienessen im Restaurant oder einer Hochzeit möchte man vielleicht nicht isoliert in einem separaten Raum sein und die Feierlichkeiten verpassen. Ich für meinen Teil habe beschlossen, nichts zu verpassen, nur weil ich stille.

Dort, wo ich mich wohlfühle, möchte ich auch dabei sein und dort kann meine Tochter auch „essen“.

Das A und O beim Stillen in der Öffentlichkeit ist die richtige Kleidung

Nach der Geburt die passende Kleidung in seinem Kleiderschrank zu finden, ist gar nicht so einfach. Die Umstandssachen mag man nicht mehr und sie sind zu groß – die alte Kleidung ist noch etwas zu eng und zwickt. Außerdem sollte das Oberteil ja auch stilltauglich sein. Nicht umsonst gibt es Stillshirts, die super praktisch sind, aber wenn man nicht eigens neue kaufen möchte, tun es auch Blusen, Tops mit Ausschnitt und Jäckchen.

Muss man zum Stillen sein gesamtes T-Shirt hochziehen, dabei seinen ohnehin noch nicht rückgebildeten Bauch zur Schau stellen, überlegt man natürlich doppelt, ob es wirklich sein muss.

Je weniger man herzeigen muss, umso angenehmer ist es – und desto nebensächlicher wird der Ort.

Deshalb empfiehlt es sich, wann immer man unterwegs ist, sich schon vorab Gedanken zu machen, ob das Outfit stilltauglich ist. Zudem hilft ein großer Schal oder ein Tuch, das man locker über sich und das Kind werfen kann. So kann man mit einem einfachen Hilfsmittel Privatsphäre schaffen.

Vielleicht ist dem Kind ja kalt?

Ist man mit weinerlichem Baby unterwegs, bekommt man allerlei gut gemeinte Tipps zu hören. Schon seltsam, dass die Damen und Herren im Bus besser wissen wollen, ob meinem Kind kalt ist, es Bauchweh hat oder müde ist. Allzu oft habe ich mich sagen hören: „Nein, ihr ist nicht kalt. Sie hat Hunger.“

Mittlerweile habe ich daraus eines gelernt: Ich ernte weniger entgeisterte Blicke, egal wie unpassend der Ort zunächst erscheint, wenn ich in der Öffentlichkeit stille, als wenn das Baby vor sich hin raunzt, weil es Hunger hat. Und was möchte ich mehr als ein glückliches, gesättigtes Kind? Dann bekommt man auch allerorts statt wohlgemeinter Tipps Komplimente für das unglaublich süße Baby.

 


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